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Damit mitfahrende Kinder im Auto sicher sind

Durch zahlreiche Maßnahmen können Eltern und Pkw-Lenker, die Kinder als Insassen mitnehmen, deren Sicherheit verbessern.

16.9.2013 (kunid) Letztes Jahr verunglückten laut aktuellen Zahlen der Statistik Austria über 1.100 mitfahrende Kinder unter vierzehn Jahren bei Verkehrsunfällen im Auto so schwer, dass sie ärztlich versorgt werden mussten. Zwei Kinder starben dabei. Unfälle mit derartigen schwerwiegenden Folgen lassen sich jedoch bei Kindern vermeiden, wenn die Kinder im Auto richtig gesichert sind.

Kinder unter vierzehn Jahren oder kleiner als 1,50 Meter dürfen laut Gesetz nur mit einem für das Gewicht und die Größe des Kindes geeigneten Rückhaltesystem im Auto mitfahren. Das gilt selbst bei kurzen Strecken, die mit niedriger Geschwindigkeit zurückgelegt werden.

Und das aus gutem Grund, denn wie Verkehrsexperten betonen, haben ungesicherte Kinder im Auto ein siebenmal höheres Risiko, schwer verletzt oder getötet zu werden.

Das passende Rückhaltesystem

Als Rückhaltesystem gelten gesetzlich zugelassene Babyschalen, Kindersitze oder Sitzkissen in Verbindung mit einem normalen Sicherheitsgurt sowie genehmigte Kindersicherheitsgurte wie höhenverstellbare Dreipunktgurte für Kinder ab 1,35 Meter Größe. Für die kleinen Passagiere müssen Kindersitze verwendet werden, die mindestens der Norm 44.04 entsprechen und auf das Gewicht, die Größe und das Alter des Kindes abgestimmt sind. Zwar dürfen vorhandene Sitze der Norm ECE 44.03 noch verwendet, aber nicht mehr an andere Fahrzeuglenker verkauft oder weitergegeben werden.

Ältere Sitze mit der Norm ECE 44.01 und 44.02 sind prinzipiell nicht mehr zulässig. Nach Paragraf 106 KFG (Kraftfahrgesetz) können Kinder jeden Alters auf dem Beifahrersitz mitgenommen werden, wenn sie entsprechend ihrer Größe, ihrem Alter und Gewicht gesichert sind. Ist der Beifahrersitz mit einem aktiven (funktionsbereiten) Front-Airbag gesichert, ist die Verwendung eines gegen die Fahrtrichtung montierten Kindersitzes verboten. Doch auch für Kinder in vorwärts gerichteten Kindersitzen kann der Beifahrerairbag gefährlich werden, daher sollten immer die Empfehlungen der Bedienungsanleitung des verwendeten Kindersitzes und/oder des Fahrzeugs beachtet werden.

Passend zu jeder Größe

Kinder, die noch keine 14 Jahre alt, aber bereits größer als 1,50 Meter sind, können ohne zusätzliche Rückhaltesysteme mit dem Sicherheitsgurt eines Erwachsenen gesichert werden, wenn der Sicherheitsgurt bestimmungsgemäß ? also ohne Verletzungsgefahr ? angebracht werden kann.

Ein Kind, das zwar über vierzehn Jahre alt, aber kleiner als 1,50 Meter ist, kann rein rechtlich gesehen ohne zusätzliche Rückhaltesysteme mit dem für Erwachsene vorgeschriebenen Sicherheitsgurt gesichert im Auto mitfahren. Allerdings raten Verkehrsexperten in diesem Fall dazu, trotzdem spezielle höhenverstellbare Kindersicherheitsgurte oder eine Sitzerhöhung zu verwenden. Denn nur so ist gewährleistet, dass der Sicherheitsgurt eines Pkws richtig sitzt und im Ernstfall ausreichend sichert.

Richtig angeschnallt

Selbst wenn alle Vorschriften eingehalten werden, ist die optimale Sicherheit noch nicht garantiert. Wesentlich ist nicht nur, dass die Kindersitze richtig eingebaut sind, sondern auch, dass die Sicherheitsgurte richtig angelegt werden. Die Fahrzeuggurte dürfen nicht gestrafft, auf falsche Schulterhöhe, beispielsweise zu nahe am Hals oder unter den Armen, eingestellt oder im Sitz verdreht werden. Der Beckengurt sollte auf Beckenhöhe sein und nicht bis zum Bauch reichen. Wer seinem Kind die Sicherheitsgurte falsch anlegt, riskiert schwere Verletzungen im Bauch- und Halsbereich.

Jeder Käufer eines Kindersitzes sollte sich beim Kauf zeigen lassen, wie dieser richtig in das jeweilige Auto eingebaut und das Kind darin gesichert wird. Denn ein falsch installierter Sitz hat bei einem Unfall unter Umständen keine Sicherheitsfunktion. Insbesondere mangelnde Sorgfalt kann zu Fehlern führen und damit den Schutz für die kleinen Passagiere verringern.

Hilfreiche Informationen

Werden die Vorschriften der Sicherung von Kindern im Auto missachtet, kann dies zu einer Geldbuße sowie einer Vormerkung im Führerschein-Register führen. Wird ein Autolenker innerhalb von zwei Jahren dreimal dabei erwischt, dass er ein Kind als Insassen ungesichert mitnimmt, kann dies sogar zum Führerscheinentzug führen. Zudem riskiert derjenige, der das Kind nicht in normgerechten Kindersitzen mitführt, bei einem Unfall nicht nur eine Geldstrafe von bis zu 5.000 Euro, sondern auch ein gerichtliches Strafverfahren.

Bei einem Vollkaskoschutz, auch Kollisionskasko genannt, ist automatisch die Teilkaskoversicherung, teils auch als Elementarkasko bezeichnet, enthalten. Eine Vollkasko- oder Kollisionskasko-Versicherung deckt zudem alle nicht grob fahrlässig oder vorsätzlich verursachten Unfallschäden am Fahrzeug ab. Sie zahlt beispielsweise, wenn der Fahrer das Fahrzeug bei einem Ausweichmanöver gegen einen Baum oder in den Straßengraben gelenkt hat. Und sie ersetzt Schäden aufgrund von Unfällen mit Vögeln oder anderen Tieren, die eventuell nicht im Teilkaskoschutz enthalten sind.

Diverse Tipps zur richtigen Sicherung der Kinder im Auto, und wie man sich richtig angurtet, gibt es online beim Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, unter anderem mit diversen kostenlos herunterladbaren Broschüren. Grundlageninformationen und hilfreiche Hinweise zur Auswahl der passenden Kindersitze bietet zudem das Webportal www.autokindersitz.at.

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